Bewertung: 4

Review: #7.08 Argentinien

Foto: Jennifer Carpenter, Dexter - Copyright: Paramount Pictures
Jennifer Carpenter, Dexter
© Paramount Pictures

Ich muss gestehen, ich bin von dieser Staffel von "Dexter" bisher sehr begeistert. Doch mit #7.08 Argentina macht die Spannungskurve einen Knick nach Unten. Am Ende der Episode wird es noch einmal richtig spannend, doch bis dahin hatte ich mehrfach den Drang, einfach ausschalten zu müssen. Die Episode hat etwa eine Laufzeit von 60 Minuten, davon waren drei Viertel locker verschwendete Zeit, die mir auch die letzten Paar Szenen nicht wiedergeben können.

Wiedersehen mit alten Freunden

So sehr ich mich darüber freue, dass Astor und Cody mal wieder vorbeischauen, so durchschaubar war dieser Schachzug der Autoren. So wird zum einen zwar zwischen Dexter und Hannah reiner Tisch gemacht, doch es ist zu deutlich, dass damit nur ein weiterer Stressfaktor für Dexter geschaffen werden soll. Ich finde das Wiedersehen schön und freue mich darüber, doch der Nachgeschmack bleibt. Dazu setzt man Astor auch wieder in ein rebellisch-schlechtes Licht, was man bei ihrem letzten Auftritt schon zu Genüge getan hat. Dass Dexter mit den Kindern vollkommen überfordert ist, wird deutlich, was aber ebenfalls schon bekannt war. Sie sind nicht mehr die kleinen Lieblinge, die er mit Eis und Pizza bestechen konnte. Das ist fast schon traurig und erhöht den Druck auf ihn noch mehr.

Fischt man mit Quinn ganz klar irgendwo im Trüben und weiß nicht so recht, wohin man mit ihm soll, bekommt Batista seine Bar und alles scheint gut zu laufen. Da freue ich mich doch einfach mal für ihn und über seine in meinen Augen vollkommen sinnfreie Geschichte. Es ist nett, dass es für ihn auch endlich einmal gut läuft, doch das bringt uns weder in der Geschichte voran, noch ist die Entwicklung eine besondere Überraschung.

Die wirklich guten Szenen zum Schluss

In meinen Augen gibt es zwei gute Stellen in der Episode, die sie aus dem Loch heraus holt, in welches sie sich selbst manövriert hat. Das ist auf jeden Fall Debras Geständnis ihrer Gefühle gegenüber Dexter. Eine Szene, die zu den besten der Staffel gehört. Und an dieser Stelle lasse ich die persönliche Geschichte der beiden Darsteller Michael C. Hall und Jennifer Carpenter einmal völlig außen vor. Denn darum geht es nicht, auch wenn dadurch die schauspielerische Leistung spürbar an Fahrt gewinnt. Es geht darum, dass Dexter hier vollkommen vor den Kopf gestoßen wird, während sich seine Schwester in die Ecke getrieben fühlt. Zwar ahnte man am Anfang der Episode schon, dass es zu einem solchen Gespräch kommen könnte, da man das Thema im Rückblick thematisierte, doch dass Debra gleich ihre komplette Seele nackt auf den Tisch legt und vor ihrem Bruder offensichtlich zusammenbricht, das habe ich nicht erwartet. Hier steckt so viel Potenzial und ich hoffe, dass die Autoren einen Weg finden werden, der zu Dexter passt. Ich habe absolut keine Vorstellung, was er nun tun wird. Seine Welt stellt sich ein weiteres Mal auf den Kopf.

Die zweite Szene ist die zwischen Dexter und Isaak in der Schwulenbar. Ja, wer hätte das gedacht? Ich hatte ja getippt, dass er und Viktor in Wahrheit Vater und Sohn sind. Daher bin ich ebenso überrascht wie Dexter zu erfahren, dass sie eine Liebesbeziehung unterhielten. Als Zuschauer bin ich an der Stelle wirklich aus den Latschen gekippt. Das Gespräch zwischen den beiden war, wie bisher alle Gespräche zwischen ihnen, wieder ein Highlight. Ich teile Isaaks Meinung, dass die Männer gute Freunde hätten werden können, wenn Dexter Viktor nicht umgebracht hätte. Auch dass sie so ungehindert miteinander reden können und Isaak noch einmal Rache schwört, kann ich nur noch einmal als wirklich großartige Leistung von Seiten der Autoren betonen.

Wer mir allerdings so richtig auf den Nerv geht, muss nun zum Schluss auch noch erwähnt werden: Laguerta. Ich will mich jetzt nicht über sie auslassen, nur eine Frage stellen: Warum kann sie es nicht einfach lassen? Es nervt, denn, dass es hier noch zum Knall kommen wird, steht außer Frage. Einfach nur langweilig!

Fazit

Zusammenfassend kann ich der Episode aufgrund der großen Menge verschwendeter Geschichte nur eine mittelmäßige Bewertung geben, so hervorragend mich die zwei genannten Szenen auch beeindruckt haben. Ich kann mit meinem Gewissen einfach nicht darüber hinwegsehen, denn dafür ist einfach zu viel passiert, was offensichtlich war oder einfach nur langweilte. Ich habe lange überlegt, ob ich nicht doch fünf Punkt geben soll, doch ich habe mich letztendlich für nur vier entschieden, da ich glaube, dass noch viel mehr Potenzial besteht, das nun unbedingt genutzt werden muss. Die Folge ist an sich nicht schlecht, will aber meiner Meinung nach nicht in den bisherigen Kanon passen, der davon geprägt ist, dass irgendwie jedes Element wichtig erscheint.

Jamie Lisa Hebisch - myFanbase


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