Bewertung: 9

Review: Billard ohne (1.17)

Foto: Joel McHale, Community - Copyright: Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved
Joel McHale, Community
© Sony Pictures Television Inc. All Rights Reserved

Machen wir's kurz: Joel McHale in 80 Prozent seiner Screentime halbnackt + Joel McHale in 20 Prozent seiner Screentime in einer Lederjacke = 9 Punkte.

Okay, es ist schon noch mehr passiert in #1.17 Billard ohne, aber es fällt einem nicht leicht, sich angesichts des sehr großartigen und sehr attraktiven und sehr leicht bekleideten Joel McHale darauf zu konzentrieren. Dabei hatte diese Folge in der Tat viel zu bieten, angefangen mit einem amüsanten Running Gag über die korrekte Aussprache des Wortes "Bagel", über eine Modediskussion zwischen Jeff und Coach Bogner, bis hin zu einem erstaunlich wandlungsfähigen und für die Frauenwelt im romantischen Sinne ganz und gar nicht uninteressanten Abed.

Das Kapitel "Abed und die Liebe" ist in vielerlei Hinsicht ein ganz hervorragendes geworden. Zum einen kann Danny Pudi endlich einmal voll zeigen, was er draufhat, zum anderen macht diese Storyline wunderbar deutlich, was es bedeutet, man selbst zu sein. Ironischerweise weiß Abed nämlich von allen am besten, wer er ist. Während die anderen ihn mal wieder konstant unterschätzen (alle bis auf Jeff), ist er überaus selbstsicher ("I got self-esteem falling out of my butt.") und weiß schon lange, wie er mit dem anderen Geschlecht umzugehen hat ("The fact is: Lots of girls like me because, let's face it, I'm pretty adorable... I'm more used to them approaching me."). Doch die Gruppe hat es sich in den Kopf gesetzt, Abed mit Jenny zu verkuppeln. So starten sie mit ihm einen ersten Anmachversuch in der Cafeteria und machen Abed klar, dass er einfach er selbst sein soll – was für Abed herrlicherweise bedeutet, genau nichts zu tun, schließlich ist er es gewohnt, von den Frauen angesprochen zu werden.

Nachdem die Gruppe die Vampirversion von Abed kennen gelernt hat, steht für sie fest: Er braucht Hilfe. Es ist immer wieder großartig, wie die Gruppe sich übermäßig um Abed kümmert, während dieser sich völlig sorglos alles anhört, nichts persönlich nimmt und alles tut, was man ihm sagt. Völlig herausragend ist Abeds Nachahmung von Don Draper aus "Mad Men", die so überzeugend und sexy ist, dass es fast zum Kuss zwischen Abed und Annie kommt (!), gefolgt von seiner perfekten Jeff-Imitation ("10 percent Dick van Dyke, 20 percent Sam Malone, 40 percent Zach Braff in 'Scrubs' and 30 percent Hilary Swank in 'Boys Don't Cry'."). Und tatsächlich, die Draper-Version von Abed funktioniert als richtig gute Anmache bei Jenny – dumm nur, dass in diesem Moment ihr Freund aka Joey aka die weiße Version von Abed (!) auftaucht. Brillant!

Doch während nun alle glauben, Abed sei tieftraurig darüber, dass er Jenny nicht haben kann, ist dieser cool wie immer. Denn er hatte sich nur für seine Freunde verändert, damit diese zufrieden sind, weiß aber selbst ganz genau, dass er das nicht nötig hat. Dieses Selbstbewusstsein inspiriert Jeff ("Abed, you're a god."), nun doch gegen Coach Bogner anzutreten, was in einer aberwitzigen und absolut phänomenalen Billardpartie endet, die sich so zuspitzt, dass die zwei Männer in Unterhosen und letztlich nackt gegeneinander spielen. Die Szene ist so herrlich überdreht, dass man einfach nur schallend lachen kann, vor allem wenn Direktor Pelton begeistert zuschaut und "Beweisfotos" mit seinem Handy macht, oder Señor Chang mit seinen Schülern Wetten abschließt. Ach, und hatte ich schon Joel McHale erwähnt?

So kann man nur wieder beeindruckt davon sein, wie "Community" es schafft, mit einer Folge, in der zwei Männer splitternackt in der Cafeteria gegeneinander Billard spielen, letztlich eine Art Lebensweisheit zu transportieren: Es geht darum, ob man sein Leben damit verbringen sollte, anderen zu gefallen, oder vielmehr daran arbeiten sollte, man selbst zu sein und sich zu akzeptieren. Sowohl Abed als auch Jeff zeigen Varianten auf, diese Frage zu beantworten, und sind dabei beide unwahrscheinlich lustig. Für eine Folge, die knallharten Slapstick so intelligent und kreativ verpacken kann, gibt es daher die volle Punktzahl.

Maria Gruber - myFanbase


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