Bewertung: 7

Review: #4.20 Aufschub

Manchmal sind die Macher von "Chicago Fire" so leicht zu durchschauen, dass man als Zuschauer Angst davor hat, die Folge überhaupt zu Ende zu schauen. Dennoch schafft man es mit #4.20 Aufschub einen Handlungsstrang emotional enden zu lassen. Währenddessen tappt man bei Otis noch immer im Dunklen und Matthew Caseys Helferin Susan Weller kommt sehr mysteriös daher.

Er ist immer willkommen

Fangen wir doch gleich mit dem emotionalsten Teil dieser Folge an, der in gewisser Weise die ganze Wache 51 betrifft. In der letzten Folge erfuhren wir, dass Detective Holloway nicht nur einen Sohn hat, den sie von Kelly Severide beschützen lässt, sondern sie selbst eine Zeugenaussage in einer Drogensache machen soll. Ich hatte ja schon in meiner letzten Review die Vermutung geäußert, dass Holloway etwas Schreckliches passieren wird. Dementsprechend war ich auch nicht überrascht, dass sie bei Gericht tatsächlich angeschossen worden ist und operiert werden musste. Für mich lag es einfach auf der Hand, ebenso spricht auch der englische Episodentitel 'The Last One of Mom' dafür, dass dieser Handlungsstrang kein Happy End für Mutter und Sohn nimmt. Trotz dessen, dass der Ausgang sehr vorhersehbar gewesen ist, fand ich den Abschluss sehr emotional.

Zum einen liegt dies natürlich an Severide, der sein Versprechen gegenüber Holloway sehr ernst nimmt, und auf ihren Sohn aufpasst, zum anderen liegt es auch daran, was die Feuerwehrleute für J.J. getan haben. J.J. ist nicht der erste und wahrscheinlich auch nicht der letzte Junge, mit dem Severide zu tun hat. Und jeder dieser Jungen hatte eine besondere Beziehung zu ihm. Trotz allem gefiel mir die Verbundenheit von Severide und J.J. am besten. Vielleicht liegt es daran, weil man vor dem Jungen zuerst dessen Mutter kennen gelernt hat. Denn wie ich schon schrieb, fand ich Holloway zunächst eher arrogant und hochnäsig. Doch nachdem J.J. aufgetaucht ist, konnte man als Zuschauer zusehen, wie nahe sich Mutter und Sohn stehen und wie viel dieser daran gelegen ist, ihr Kind zu schützen und sie mit Severide keine bessere Wahl hätte treffen können. Dieser nahm sein Versprechen nämlich so ernst, dass er keinem anderen erlaubt hat, sich um den Jungen zu kümmern. Ich glaube, es wäre auch alles andere als gut gewesen, hätte J.J. eher etwas vom Tod seiner Mutter gewusst. Vielleicht hat er es auch schon geahnt, als Severide es immer abgelehnt hatte, sie anzurufen. Mir hat es gut gefallen, dass man dem Jungen die Möglichkeit gegeben hat, wenigstens noch einige Stunden ein unbeschwertes Leben führen zu können, und dass Video als eine Art Abschied für seine Mutter anzusehen ist.

Zwar war ich auch in diesem Punkt nicht überrascht, dass Holloway nicht überlebt hat, aber ich war sehr froh, dass sich der Großteil der Folge auf sie und J.J. konzentriert hat. So fiel dem Jungen wahrscheinlich auch der Abschied der Wache sehr viel leichter. Dafür hat vor allem auch die herzensgute Tat von Mouch gesorgt. Seitdem die Hündin Pouch das erste Mal auf der Wache aufgetaucht ist, weiß jeder, egal ob Kollege oder Zuschauer, wie wichtig sie Mouch ist. Genau deswegen fand ich es sehr emotional, als er dazu bereit gewesen ist, J.J. Pouch zu überlassen. Damit unterstrichen die Macher von "Chicago Fire" einfach wieder mal, wie viel für sie Familie bedeutet, zu der ja nun auch J.J. gehört. Insgeheim hoffe ich doch, dass man ihn einmal wiedersehen wird, weil er auch allen anderen auf der Wache ans Herz gewachsen ist. Sehr emotional war es dann auch, als man bei allen gesehen hat, wie nahe ihnen der Tod von Detective Holloway geht. Ich gehe stark davon aus, dass jeder über seine eigenen Verluste und Ängste nachgedacht hat. Besonders bei Casey, Gabriela Dawson, Chief Boden und Christopher Herrmann waren diese Gedankengänge gut sichtbar und als Zuschauer hatte man selbst nochmal Revue passieren lassen, welche Schicksalsschläge diese Charaktere durchmachen mussten.

Susan Weller – eine mysteriöse Frau?

Bereits zum Ende der vergangen Folge lernten wir Susan Weller kennen. Diese kommt Casey unerwartet zu Hilfe, damit dieser seine neue Aufgabe als Stadtrat problemlos meistern kann. Allerdings befürchte ich bereits, dass die Zusammenarbeit zwischen Casey und Susan nicht allzu gut laufen könnte. Grund dafür ist der Blick von Dawson, welcher eher giftig als freundlich wirkte.

Nach dieser Folge habe ich sogar ein bisschen Angst davor, Dawson könnte mit ihrer eher ablehnenden Haltung nicht ganz falsch liegen. Obwohl Susan Weller einen ganz sympathischen Eindruck macht, stört es mich doch etwas, dass sie so gut über die Vertrauenspersonen von Colin Becks Bescheid weiß. Es wäre für mich durchaus denkbar, dass sie von Becks dazu beauftragt wurde, etwas über Caseys Arbeiten bezüglich des Stadtrates herauszufinden. Möglicherweise ist sie ihm was schuldig aus vergangenen Zeiten und versucht dieses mit dessen Unwissenheit wieder ausgleichen zu können. Ich hoffe wirklich inständig, dass Susan keine bösen Absichten verfolgt, da es momentan sowieso wieder nach Unstimmigkeiten bei Casey und Dawson aussieht.

Dawson macht auf mich momentan den Eindruck, als wolle sie ihm klar machen, vorsichtiger im Umgang mit Susan zu sein. Das ist sicherlich nicht das Schlechteste, doch könnte ich mir vorstellen, dass Casey ihre Absichten vollkommen falsch auffasst. Ich bin wirklich gespannt, welche Richtung die Autoren hier einschlagen wollen. Im Moment bin ich mir sehr unsicher, welches Ziel Susan tatsächlich verfolgt und muss wohl die weiteren Folgen abwarten.

Verdrängung

Neben Susan Weller sind auch die blauen Flecke von Otis weiterhin ein Mysterium. Nachdem Otis Dr. Will Halstead aufgesucht hat, erfahren wir bezüglich des Ergebnisses nichts Neues mehr. Dadurch verdichtet sich meine Vermutung, hinter den blauen Flecken steckt doch mehr. Nicht zuletzt ist es auch das Verhalten von Otis, was alles nur noch spannender und erschreckender macht. Ich bin zumindest der festen Überzeugung, dass er selbst auch eine Vermutung hat und aus Angst keine weiteren Nachforschungen anstellen möchte. Dieser Ansatz gefällt mir eigentlich ganz gut, doch dass man eine ähnliche Entwicklung wie nach Severides Verlust durch Leslie Shay anstrebt, missfällt mir hingegen schon. In Staffel 3 wollte nämlich auch dieser nach Las Vegas, um sich der Trauer und dem Schmerz nicht aussetzen zu müssen.

Dennoch glaube ich, dass es bei Otis anders verlaufen wird, wofür wahrscheinlich Sylvie Brett verantwortlich sein wird. Mir gefällt es sehr gut, dass man sie in die Handlung einbindet und Otis somit einen Ansprechpartner hat, sollte er sich doch dafür entscheiden, der Sache auf den Grund zu gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Tod von Holloway wachgerüttelt hat. Ich hoffe, wir erfahren bald, was mit Otis los ist. Doch womöglich wird dies erst zum Staffelfinale preisgegeben.

Randnotizen

  • Der Alleingang von Joe Cruz bei dem Einsatz war zwar gefährlich, hat aber dafür gesorgt, dass er einen anderen Blickwinkel auf seine Arbeit bekommt und für mich sah es so aus, als könnte sich schon bald eine Freundschaft zwischen ihm und Stella Kidd entwickeln.
  • Nach wie vor finde ich es schade, dass man nicht mehr auf die angedeuteten Gefühle von Brett für Jimmy Borrelli eingeht, nachdem wir in der letzten Folge schon mit ansehen durften, dass es Brett nicht angenehm gewesen ist, als eine Patientin mit Jimmy geflirtet hat.



Fazit

Obwohl es einige Stolperstellen in #4.20 Aufschub gegeben hat, die mir nicht besonders gefallen haben, konnte man mit dem emotionalen Teil rund um Severide, J.J. und der verstorbenen Holloway einiges wieder wett machen. Spannend bleibt es auch noch um Otis' Gesundheitszustand, aus dem er noch immer ein Rätsel macht.

Daniela S. - myFanbase


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Diskussion zu dieser Episode

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