Bewertung: 5

Review: Drei (2.07)

Mit den wiedereröffneten X-Akten kann Mulder wieder allen möglichen mysteriösen Begebenheiten folgen und eifrig ermitteln. Das er dies alleine tut, ist dabei das auffälligste an der Episode.

Die heiligen Drei

Der Fall der Woche macht uns mit drei finsteren Gestalten bekannt, die sich für Vampire halten und gemeinsam ihre Opfer richten. Seltsamerweise sind Vampire für mich ein so exklusives Thema, dass es mir in der Serie irgendwie fremd ist. Vielleicht ist es zu offensichtlich oder es gibt einfach schon zu viel zu diesem Thema, aber so wirklich gepackt hat mich diese Episoden in keinem Moment. Ich kann mich auch nicht mehr erinnern, wie es mir damals ging, als ich diese Episode zum ersten Mal gesehen hatte und noch lange nicht unter der heutigen Vampir-Reizüberflutung gelitten habe. Sicherlich wird mich das gruselige Ambiente sehr beeindruckt und mich in Angst und Schrecken versetzt haben, aber das schafft die Serie ja eigentlich mit jeder Episode. Die besten Momente waren eigentlich Mulders Verhöre, die viel Sarkasmus zu bieten hatten und aufgrund seine Theorien eine Spannung inne hatten, die immerhin dazu führt, dass man dieser Episode dann doch folgen wollte. Besonders die Szene im Knast, als der angeblich an Einbildung leidende Möchtegernvampir doch tatsächlich das Sonnenlicht zu meiden versucht und dann tatsächlich in Flammen aufgeht, hatte es in sich. Mulder hat sich geirrt? Wo gibt es das denn? Auch die Ideologie, die das Dreiervampirgespann angetrieben hat, war interessant, konnte aber nicht helfen, um mir persönlich die Episode zu einer wirklich gelungenen zu machen.

Einzelgänger

Vielleicht lag es aber auch nicht an dem Fall, sondern an der Tatsache, dass Mulder sich als Einzelgänger durch den Fall gewühlt hat, und man ganz schnell gemerkt hat, was es eigentlich aus macht, wenn eine Person wie Scully plötzlich fehlt. Es fehlten quasi die richtigen Fragen, der passend skeptische Unterton dazu, gepaart mit dem wohlwollenden Respekt, der durch keinen anderen Charakter so gut zum Ausdruck gebracht werden kann. Insofern ist diese Episode sehr erleuchtend gewesen. Mulder ist alleine nur die Hälfte wert, auch wenn er die Fälle immer noch lösen kann. Diese durchaus wichtige Erkenntnis macht diese Episode mehr als notwendig zu diesem Zeitpunkt. Was mich eher gestört hat, ist Mulders Umgang mit den Frauen gewesen. Dass man mit der Episode seinen Retterinstinkt zur Geltung bringen wollte, um damit auch sein Innenleben in Bezug auf das Vermissen von Scully herauszuarbeiten und dem Zuschauer zu zeigen, dass Mulder mit Verlust kaum umgehen kann und alles dafür tut, so etwas zu vermeiden, ist ehrenwert, aber eigentlich auch schon mit seinem verzweifelten Kampf um Scully in der letzten Episode deutlich geworden. Dass es hier dann erotisch wurde, war mir einfach zu viel. Es ist natürlich nachvollziehbar, aber es gibt einfach auch Dinge, die spielen in einer Serie keine Rolle. Bei Akte X ist das für mich eben Sex der Agenten, es sei denn, es gehört zum Fall wie bei #1.14 Verlockungen. So war es mir aber zu privat und damit einfach nicht das, was ich bei der Serie sehen will. Mulder und Scully sind da für mich quasi Heilige ohne Privatleben.

Fazit

Insgesamt ist es eine solide Akte-X-Episode, die darunter leidet, dass es mich thematisch nicht angesprochen hat und man sich bereits so sehr an Mulder und Scully gewöhnt hat, dass Mulders alleiniges Ermitteln auffällt.

Emil Groth - myFanbase


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