Bewertung: 9

Review: Unter Kontrolle (2.05)

Ich habe gar nicht daran gedacht, dass es sich bei dieser Episode um eine Doppelfolge handelt. Umso schockierter war ich vom Cliffhanger, der einer tollen Episode den Höhepunkt verleiht. Aber fangen wir vorn an.

Entführungsopfer

Schnell wird in dieser Episode deutlich, dass man es mit einer Schlüsselepisode zu tun hat, denn das große Thema Entführung durch Außerirdische wir d direkt angesprochen, weil wir Duane Barry kennen lernen, der behauptet, schon mehrfach entführt worden zu sein. Dabei erfährt man als Zuschauer einige Details quasi aus erster Hand. Besonders interessant sind natürlich die Implantate, weil man da endlich mal einen konkreten Beweis hat. Sehr brisant ist die Behauptung, dass auch die Regierung beteiligt sei, es also weite Kreise schlägt und man nicht einfach nur den Außerirdischen Feind hat. Das wusste man natürlich schon seit einiger Zeit, aber die Gespräche zwischen Mulder und Barry hatten durch den Erfahrungsbericht eine andere Intensität, als wenn Mulder einfach nur Dinge sieht, die seltsam sind. Zudem hat man diese Angst von Barry auch sehr gut genutzt, um den Zuschauer an den Dialog zu fesseln. Scully sorgt dann dafür, dass man schlagartig wieder alles anzweifeln könnte, weil Barry als notorischer Lügner entlarvt wird. Bloß nicht zu viel verraten, immer Zweifel aufrecht erhalten, das wird wohl die Devise gewesen sein. So bleibt auch den Autoren immer die Möglichkeit, etwas noch in eine andere Richtung lenken zu können.

Zum Glück übertreiben sie es in dieser Episode dann aber nicht komplett, sondern lassen nur kurz Zweifel bei dne Charakteren aufkommen, denn diese stoßen auch noch auf Beweise, die zumindest Teile von Barrys Geschichte plausibel machen. Die Implantate existieren tatsächlich und tragen sogar einen Barcode, der noch irgendeine Bedeutung hat (auch wenn es etwas komisch war, wie Scully im Supermarkt die Kasse nutzt). Auch die Erzählungen der Experimente wie das Durchbohren der Zähne stellen sich wohl als richtig heraus. Hierbei hat mir vor allem gefallen, wie auch die zweifelnde Polizistin menschliche Züge bekommt und Mulder die neuen Erkenntnisse mitteilt. Das macht es auch irgendwie mal endgültiger, weil sonst die meisten Beweise bisher immer direkt wieder verloren gingen. Nun ist aber eine gewisse Seriösität erreicht, die dem Zuschauer auch das Gefül einer Faktenlage vermittelt. Man kann noch nicht sagen, dass man konkrete Antworten auf bisherige Fragen hat, aber es passiert was.

Geiselnahme

Die gesamte Problematik wurde in eine Geiselnahme gebettet. Der psychologische Effekt war dadurch natürlich, dass die bedrohliche Wirkung der Entführungen und die Angst davor noch besser übertragen wurde. In dem Ambiente lernt man Barry intensiv kennen. Die Arbeit der Polizisten mit ihren unterschiedlichen Vorurteilen war ebenfalls eine zusätzliche Variante, um der Episode Schwung zu verleihen. Das ist insgesamt gut gelungen. Man hat dadurch den mystischen Hintergrund mit einer realen Situation gemischt. Durch diesen Kontext bekommt selbst das Unglaubliche eine Art Glaubwürdigkeit, weil man als Zuschauer nicht überfordert wird. Außerdem hatte der Fall insgesamt eine andere Tragik. Das Opfer Barry ist auch Täter und zieht andere Menschen mit ins Verderben, weil er sich völlig verloren fühlt. Natürlich wird die Geiselnahme nie zum Schwerpunkt sondern bleibt nur die Begleiterscheinung der Episode. Diese Umsetzung ist aber eben genau deshalb gelungen. Es ist das richtige Maß, mit dem man Mulder und Barry zusammen führt und durch die anderen, zweifelnden Beamten gut verdeutlichen kann, wie stark man dafür verachtet wird, dass man an etwas glaubt, was fernab der Vorstellung vieler anderer Menschen liegt. Und dass man aber auch überzeugen kann, wenn man endlich mal Gehör findet. Die Geisel auf dem Weg in die Freiheit, die aber noch loswerden muss, dass sie Barry glaubt, ist da sinnbildlich gewesen. Die Geschichte hatte eben auch Überzeugungskraft.

Fazit

Der erste Teil einer Doppelfolge überrascht durch seine Intensität und dem Bezug zum Gesamtmysterium zur Serie. Es fehlte weder an Spannung noch an interessanten Wendungen und der Cliffhanger tat sein Übriges. Eine durchweg tolle Episode.

Emil Groth - myFanbase


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