"4400 – Die Rückkehrer" vs. "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI"

Foto:

Im Herbst 1993 startete auf dem US-Sender FOX die Serie "Akte X", die bald einen wahren Mysteryboom auslöste. "Die unheimlichen Fälle des FBI", so der deutsche Untertitel der Serie, ebneten den Weg für viele weitere Mysteryserien wie "Buffy" und "Charmed". 2004, zwei Jahre nach dem Ende von "Akte X", ging mit "4400 - Die Rückkehrer" eine neue Serie auf Sendung, die einige Parallelen zu " Akte X", aber auch bemerkenswerte Unterschiede aufweist.

Zwei dynamische Duos

Die deutlichste Parallele zwischen "4400 - Die Rückkehrer" und "Akte X" stellen die beiden Ermittlerduos dar. Wie wir wissen, waren es in "Akte X" die beiden FBI- Agenten Fox Mulder und Dana Scully, die gemeinsam den unheimlichen Fällen auf den Grund gingen. In "4400 - Die Rückkehrer" sind es die beiden Agenten Tom Baldwin und Diana Skouris, die mit vereinten Kräften versuchen, die Rätsel um die Rückkehrer zu entschlüsseln.

Es sticht dabei sofort ins Auge, dass die "Akte X"- Agentin Dana Scully und die "4400"- Ermittlerin Diana Skouris die gleichen Initialen aufweisen. Kann das Zufall sein?

Sowohl Fox Mulder und Dana Scully in "Akte X", als auch Tom Baldwin und Diana Skouris in "4400 - Die Rückkehrer", lernen sich erst zu Beginn der jeweiligen Serien kennen und werden eher gegen ihren Willen zu Ermittlerduos vereint. Beide Agentenpaare setzen sich zunächst aus einer Skeptikerin und einem Gläubigen zusammen. In "Akte X" ist Fox Mulder fest von der Existenz übernatürlicher Wesen überzeugt, während seine Partnerin Dana Scully als eingefleischte Wissenschaftlerin zunächst immer nach rationalen und logischen Erklärungen sucht. Parallel dazu begegnet Tom Baldwin den Rückkehrern in "4400" viel offener als seine Partnerin, die in den Rückkehrern zunächst eine große Bedrohung und potentielle Krankheitserreger sieht. In beiden Duos sind die Frauen jeweils die Wissenschaftler und Kopfmenschen, während sich die Männer eher von Instinkten leiten lassen und keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Immer noch Zufall?

Der "Akte X"- Agent Fox Mulder und der "4400"- Ermittler Tom Baldwin haben zwar nicht die gleichen Initialen, weisen aber dennoch eine große Gemeinsamkeit auf: beide sind durch ihre Familien eng mit den Fällen, die sie behandeln, verbunden. Mulders Schwester Samantha verschwand als Kind unter mysteriösen Umständen, was Mulder bei seinen Ermittlungen sehr stark antreibt. Sein oberstes Ziel war es von Anfang an immer, Samantha zu finden. Parallel dazu hat Tom eine enge Verbindung zu den Rückkehrern, da einer von ihnen, Shawn, sein Neffe ist. Zudem lag Toms Sohn Kyle lange Zeit im Koma, was eng mit Shawns Verschwinden zusammenhängt. Wieder die Frage: Zufall?

Alles Aliens, oder was?

In der Serie "Akte X" spielen Außerirdische eine wesentliche und bedrohliche Rolle. Im Laufe der neun Staffeln enthüllen Mulder und Scully mit ihren Kollegen, dass einflussreiche Männer für Außerirdische arbeiten und deren geplante Invasion unterstützen, um sich so ihr eigenes Überleben zu sichern. Neben den sogenannten "Monsters-of-the-week" stellen also Aliens die Hauptbedrohung in der Serie "Akte X" dar und sind für das Verschwinden und den Tod vieler Menschen verantwortlich.

Auch in "4400 - Die Rückkehrer" sieht es zu Beginn so aus, als seien die 4400 Männer, Frauen und Kinder von Außerirdischen entführt worden, zumal ihre Rückkehr mit einer Kometen- Erscheinung einhergeht. Die Charaktere innerhalb der Serie äußern immer wieder die Vermutung, dass das mysteriöse Verschwinden und Wiederauftauchen der 4400 mit Aliens in Verbindung steht. Somit scheint sich die Verwandtschaft zwischen "4400 - Die Rückkehrer" und "Akte X" noch weiter zu vertiefen, doch im Finale der ersten Staffel stellt sich heraus, dass die 4400 nicht von Außerirdischen entführt wurden, sondern von Menschen aus der Zukunft.

Diese durchaus unerwartete und gelungene Wendung führt dazu, dass sich "4400 - Die Rückkehrer" vor allem in der zweiten Staffel immer weiter vom "Akte X"- Stil entfernt. Es ergibt sich beinahe der Eindruck, dass die "4400"-Autoren zunächst bewusst viele Parallelen zu "Akte X" eingebaut haben, um die Zuschauer ein wenig in die Irre zu führen.

Verschwörungstheorien

Eine weitere Parallele zwischen "4400 - Die Rückkehrer" und "Akte X" ergibt sich dann aber doch noch: das Motiv der Verschwörungen. Es war nicht zuletzt die Serie "Akte X", die Verschwörungen und Verschwörungstheorien zu einem beliebten Thema im TV machte. In "Akte X" sollte es stets undurchsichtig bleiben, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört, wem man vertrauen kann und wem nicht. Dieses Prinzip wird auch in "4400 - Die Rückkehrer" verfolgt. Genau wie bei "Akte X", kann man auch in "4400 - Die Rückkehrer" nur den beiden Hauptermittlern wirklich (ver-)trauen. Alle anderen Charaktere weisen Geheimnisse auf und lassen sich nie wirklich in die Karten schauen.

Maret Hosemann - myFanbase

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Mehr zum Datenschutz Schließen