Bewertung: 8

Review: #1.07 Tracy vs. Conan

Ein Tag im Leben von Liz Lemon und ich muss sagen, dass ich schon vom Zusehen gestresst bin. Was die Frau jeden Tag leisten muss und mit welchen irren Problemen sie sich herumschlagen muss, ist wirklich unglaublich. Kein Wunder, dass dabei nicht sonderlich viel Zeit fürs Privatleben herausspringt und sie am Ende des Tages todmüde zu jemandem ins Bett fällt, den sie eigentlich überhaupt nicht leiden kann, der aber immerhin so nett ist, ihr einen Cheeseburger zu bestellen.

"Jenna, donít quit. The show canít go on without you. Youíre my muse. Youíre a modern day Lucile Ball. Youíre prettier than Debra Messing. Please donít quit."

Es wirkt manchmal so, als stehe und falle die gesamte Produktion rund um TGS mit Liz. Alle um sie herum, seien es die Autoren, die Darsteller, Produzent Pete oder Chef Jack Donaghy, alle haben ihren Part, aber sie ist es, die die Show am Leben hält. Sie findet die richtigen Worte, wenn Jenna mal wieder einen ihrer Eifersuchtsanfälle bekommt und damit droht, zu kündigen. Sie opfert ihr Privatleben, um Tracy soweit zu bringen, dass er sich in der Öffentlichkeit nicht vollends blamiert und sie hat ein offenes Ohr für den manchmal unglaublich unsicheren Jack, der bereits Monate vor einem Dinner nach den richtigen Worten für eine Eröffnungsrede sucht. Liz hat alles im Griff, auch wenn es manchmal sehr chaotisch ist. Wahnsinn, dass sie in einem solchen Tohuwabohu den Überblick behält.

Ihr Privatleben bleibt dabei natürlich auf der Strecke und so wird sie auch in dieser Episode Dennis, den Beeper-König nicht los, auch wenn sie innerlich mit der Beziehung längst abgeschlossen hat. Interessant bezüglich dem Thema Beziehung fand ich ja, dass Liz anscheinend mal eine kleine Affäre oder gar Beziehung mit Conan O'Brien zu haben schien. Die beiden treffen sich jedenfalls kurz und zwischen ihnen ist es kurze Zeit wirklich eigenartig. Es wird zwar nie angesprochen, was die beiden einst miteinander hatten, aber es hat beide anscheinend bis heute nicht losgelassen, selbst wenn Conan mittlerweile verheiratet ist.

Was aber soll eine Karrierefrau wie Liz tun. Mr. Right hat sich auch Mitte 30 noch nicht blicken lassen und natürlich sollte sich eine Frau nicht über einen Mann definieren, doch ihr Wunsch nach einem harmonischen Privatleben ist verständlich. Dass sie dafür jedoch sogar bereit ist, einen Nichtsnutz und Schmarotzer wie Dennis zu ertragen, verstehe ich nicht. Dann lieber allein sein, als solch eine kindische Nervensäge durchzufüttern.

"Heís kind of a loose cannon, and I like to surround myself with people who donít try to stab me."

Neben Liz hat diese Mal eindeutig Tracy Jordan die besten Szenen. Sein psychischer Zusammenbruch ist grandios inszeniert. Natürlich wirkt er manchmal überdreht und seine Art ist hart an der Grenze zum Erträglichen, aber es gibt dann doch immer wieder Szenen, in denen ich mich dabei ertappe, wie ich lauthals loslache. Beispielsweise, als er anfängt, einen kleinen blauen Kerl zu sehen, der ihn durch den Sender verfolgt oder als er versucht, über seinen Schuh mit seiner Mutter zu telefonieren kann man sich vor Lachen kaum noch halten.

Einen grandiosen Auftritt in dieser Episode hat auch Chris Parnell in seiner Rolle als Dr. Leo Spaceman, der hier jedoch nicht ansatzweise so durchgeknallt wirkt wie in späteren Episoden. Aber die kurze Szene, in der er mit Liz telefoniert und ihr lapidar klar macht, dass er eigentlich gar keine Ahnung hat, was er Tracy überhaupt verordnet hat, weil er keine Ahnung hat, an welchen Erkrankungen er eigentlich leidet, ist wirklich auf den Punkt, denn man nimmt Parnell die Ahnungslosigkeit aber auch die Gleichgültigkeit, was seinen Patienten angeht, in jeder Sekunde ab.

Interessant ist natürlich auch, warum das ganze Team mit Hochdruck daran arbeitet, Tracys psychotische Episode unter Kontrolle zu bringen. Er ist bei Conan O'Brian eingeladen. Das alleine ist jetzt nichts besonderes. Wenn man allerdings bedenkt, dass er das letzte Mal, als er in seiner Show war, versucht hat, ihn zu erstechen, dann bekommt sein psychischer Zusammenbruch doch eine ganz neue Tragweite und O'Brien darf zurecht um sein Leben fürchten. Dank Kenneths Einsatz gelingt es am Ende, Tracy mit Tabletten ruhig zu stellen und nach fast einer halben Minute Tanz bricht er schlafend auf der Couch des Talkmasters zusammen. Wahnsinn.

"Pete, did you know that men with full heads of hair, on average, earn 17% more than their bald counterparts?"

Während Jack dieses Mal eine untergeordnete Rolle übernimmt, rückt Pete etwas in den Vordergrund. Natürlich gibt man ihm keine große Storyline, aber die Idee, ihn mal ausprobieren zu lassen, wie er mit Perücke auf seine Umwelt wirkt, ist interessant. Und tatsächlich hat er, wie von Jack prophezeit, eine ganz andere Wirkung auf sein gegenüber, einfach weil er sich ganz anders gibt. Es gibt ja den schönen Spruch "Kleider machen Leute" und den könnte man hier noch um die Haare erweitern, denn in Person von Pete Hornberger sieht man grandios, wie das eigene Auftreten durch Äußerlichkeiten verändert werden kann. Das wirkt auf den ersten Blick sehr oberflächlich, aber es zeigt, dass Pete selbst sehr unsicher ist.

Als er am Ende dasteht und mit fester Stimme eine ganze Gruppe Touristen einschüchtert, ist wundervoll. Leider wird der Zustand ja nicht allzu lange anhalten, denn die Perücke ist am Ende der Episode schon wieder geschichte. Witzig war die Sache trotzdem.

Fazit

Nach der durchwachsenen letzten Episode gibt es dieses Mal eine wieder überaus witzige, weil vollkommen durchgeknallte Episode mit einer starken Liz Lemon und einem wahnsinnigen Tracy Morgan, der die Lachmuskeln mehr als einmal bis an seine Grenzen strapaziert.

Melanie Wolff - myFanbase


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